Ratgeber: Assistenz, Pflege & Haushaltshilfe

Die häufigsten Fragen rund um private Unterstützung, Pflege und Assistenz – kurz und verständlich beantwortet.

Was bedeutet Assistenznehmer und Assistenzgeber?

Assistenznehmer:innen sind Menschen, die Unterstützung im Alltag suchen – für sich selbst oder für Angehörige: zum Beispiel Begleitung, Haushaltshilfe oder Pflege. Assistenzgeber:innen sind Menschen, die genau diese Unterstützung anbieten – als Privatperson, mit oder ohne pflegerische Ausbildung. carebee bringt beide direkt zusammen, ohne Agentur dazwischen.

Was kostet carebee?

Nichts. carebee ist vollständig kostenlos – für Anzeigen, für die Kontaktaufnahme und für alle Funktionen. Es gibt keine versteckten Gebühren, keine Provision und keine Registrierungspflicht. Anzeigen sind sofort online; auffällige Inhalte (z. B. Links oder Kontaktdaten) stoppt ein Filter und wird vor der Veröffentlichung von Hand geprüft.

Wie finde ich eine private Alltagsbegleitung oder Haushaltshilfe in meiner Nähe?

Gib auf der Startseite einfach deine Postleitzahl in die Suche ein und wähle den Umkreis – von „nur Ort“ bis landesweit. Du kannst zusätzlich nach Kategorie filtern (Alltagsbegleitung, Haushaltshilfe, Pflegefachkraft, 24h-Betreuung). Oder du gibst selbst eine kostenlose Stellenausschreibung auf und lässt Assistenzgeber:innen auf dich zukommen.

Was ist Verhinderungspflege und kann ich damit eine private Hilfe bezahlen?

Verhinderungspflege ist eine Leistung der deutschen Pflegeversicherung: Wenn die hauptpflegende Person verhindert ist (Urlaub, Krankheit, Termine), übernimmt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine Ersatzpflege – auch durch Privatpersonen. Die Höhe und die Bedingungen hängen vom Pflegegrad ab. Frage am besten direkt bei der Pflegekasse deiner Krankenkasse nach, was in deinem Fall möglich ist.

Wie beantrage ich einen Pflegegrad?

Ein formloser Anruf oder Brief an die Pflegekasse (bei der Krankenkasse) genügt – danach kommt der Medizinische Dienst zur Begutachtung nach Hause. Wichtigster Tipp: Führe vorher ein bis zwei Wochen ein Pflegetagebuch, in dem du notierst, wobei täglich Hilfe nötig ist. Das macht den tatsächlichen Bedarf sichtbar. Gegen einen zu niedrigen Bescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Welche Leistungen zahlt die Pflegekasse für private Hilfe zu Hause?

Die drei wichtigsten: Pflegegeld (ab Pflegegrad 2, monatlich, frei verwendbar – auch um private Helfer:innen zu bezahlen), Verhinderungspflege (Ersatz, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt) und der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich (Stand 2026, ab Pflegegrad 1) für anerkannte Alltagsunterstützung. Die Beträge hängen vom Pflegegrad ab – die Pflegekasse nennt dir die aktuellen Zahlen für deinen Fall.

Muss ich eine private Haushaltshilfe anmelden?

In Deutschland: Ja. Eine regelmäßig beschäftigte Haushaltshilfe im Privathaushalt kann unkompliziert als Minijob über das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale angemeldet werden – das dauert nur wenige Minuten, kostet geringe Pauschalabgaben und bietet beiden Seiten Unfallversicherungsschutz und Rechtssicherheit. In Österreich kann einfache Haushaltshilfe über das Dienstleistungsscheck-System abgerechnet werden, in der Schweiz über die vereinfachte Abrechnung der AHV.

Betreuung privat organisieren oder über eine Vermittlungsagentur?

Agenturen übernehmen Auswahl und Organisation – dafür zahlst du Aufnahmegebühren und laufende Servicepauschalen, bei 24h-Betreuung schnell einen deutlichen Aufschlag pro Monat. Wer direkt organisiert, spart diese Kosten, lernt die Person selbst kennen und behält die volle Kontrolle – muss aber an Anmeldung (z. B. Minijob) und Versicherung denken. carebee unterstützt den direkten Weg: kostenlos, ohne Konto und ohne Provision – der Kontakt gehört dir, nicht einer Plattform.

Welche Versicherungen sind bei privater Hilfe wichtig?

Drei Dinge reichen meist: Erstens ist mit der Minijob-Anmeldung automatisch die gesetzliche Unfallversicherung dabei. Zweitens sollten Assistenzgeber:innen eine private Haftpflichtversicherung haben – sie deckt viele Missgeschicke im Alltag ab (einfach im Erstgespräch ansprechen). Drittens: Wer im Arbeitgebermodell fest anstellt, lässt sich am besten kurz von einem Abrechnungsdienst oder der EUTB zu den Pflichtversicherungen beraten. Damit sind beide Seiten gut abgesichert.

Was ist Persönliche Assistenz und wer bezahlt sie?

Persönliche Assistenz ermöglicht Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben: Assistenzgeber:innen unterstützen genau dort, wo es nötig ist – im Haushalt, unterwegs, im Beruf. In Deutschland kann sie über das Persönliche Budget (§ 29 SGB IX) finanziert werden, das bei den Rehabilitationsträgern beantragt wird. Als Assistenznehmer:in wirst du damit selbst zum Arbeitgeber oder zur Auftraggeberin deiner Assistenz – und entscheidest, wer dich unterstützt.

Welche Formen der Persönlichen Assistenz gibt es?

Assistenz ist so vielfältig wie das Leben: Alltagsassistenz (Haushalt, Körperpflege, Wege), Arbeitsassistenz am Arbeitsplatz – sie wird vom Inklusionsamt finanziert, zusätzlich zum normalen Lohn –, Elternassistenz für Mütter und Väter mit Behinderung, Studienassistenz sowie Freizeit- und Reiseassistenz. Grundlage ist das Recht auf selbstbestimmtes Leben (Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention). Beschreibe in deiner carebee-Anzeige einfach konkret, welche Form du suchst oder anbietest – das führt zu den passendsten Kontakten.

Was bringt mir das Bundesteilhabegesetz (BTHG)?

Das Bundesteilhabegesetz stärkt die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung – drei Punkte sind besonders wichtig: Erstens sind Assistenzleistungen ausdrücklich als Rechtsanspruch verankert (§ 78 SGB IX). Zweitens genügt ein einziger Antrag – der angefragte Träger muss ihn koordinieren oder weiterleiten, du wirst nicht mehr von Amt zu Amt geschickt. Drittens darfst du deutlich mehr Erspartes behalten als früher (Freibetrag über 71.000 Euro), und Einkommen und Vermögen von Partner:innen bleiben bei der Eingliederungshilfe komplett unangetastet. Die alte Sorge „erst alles aufbrauchen müssen“ ist damit in vielen Fällen überholt.

Wo bekomme ich kostenlose Beratung zu Teilhabe und Assistenz?

Bei der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB): bundesweit über 500 Beratungsstellen, kostenlos, unabhängig von Ämtern und Kostenträgern – und oft beraten Menschen mit Behinderung selbst, die den Weg schon gegangen sind. Dort bekommst du Hilfe beim Persönlichen Budget, bei Anträgen und beim Widerspruch. Die nächste Beratungsstelle findest du unter teilhabeberatung.de.

Assistenz selbst organisieren oder über einen Dienst – was passt zu mir?

Im Arbeitgebermodell stellst du deine Assistenzgeber:innen selbst ein: maximale Selbstbestimmung, dafür kümmerst du dich um Lohnabrechnung und Versicherungen (Abrechnungsdienste können das übernehmen). Bei einem Assistenzdienst übernimmt der Dienst die Verwaltung, dafür gibst du etwas Kontrolle ab. Beides kann über das Persönliche Budget finanziert werden – und carebee hilft dir in beiden Fällen, die passenden Menschen zu finden.

Warum sind Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung so wichtig?

Ohne Vollmacht dürfen selbst Ehepartner oder Kinder nicht automatisch entscheiden, wenn jemand es selbst nicht mehr kann – dann bestellt das Gericht eine Betreuung. Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung kosten nichts, können privat verfasst werden und ersparen Angehörigen im Ernstfall viel. Kostenlose Vordrucke gibt es beim Bundesjustizministerium, die Betreuungsbehörde beglaubigt Unterschriften für eine kleine Gebühr.

Woran erkenne ich seriöse Angebote und Kontakte?

Jede Anzeige auf carebee wird von uns gelesen – Auffälliges stoppt der Filter schon vor der Veröffentlichung. Trotzdem gilt wie überall: Lerne die Person zuerst bei einem unverbindlichen Treffen kennen, am besten in Begleitung. Zahle nie im Voraus, gib keine Bankdaten heraus und lass dir bei Pflegefachkräften die Qualifikation zeigen. Öffentliche Fragen unter einer Anzeige helfen ebenfalls, ein Gefühl für die Person zu bekommen.

Gilt carebee auch in Österreich und der Schweiz?

Ja. carebee ist für die gesamte DACH-Region gedacht: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Umkreissuche funktioniert mit Postleitzahlen aller drei Länder – auch grenzübergreifend. Die Seite ist auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Albanisch verfügbar.

Hinweis: Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechts- oder Sozialberatung. Verbindliche Auskünfte geben Pflegekassen, die Minijob-Zentrale bzw. die zuständigen Träger.

Schwerpunkt-Thema: Alles über Persönliche Assistenz – Formen, Finanzierung, Persönliches Budget und wie du direkt loslegst.

🐝 Bereit loszulegen?

Anzeigen ansehen Anzeige aufgeben